Schulreise der 1sa

  1. 1.Tag

Bei schönstem Wetter und praktisch wolkenlosem Himmel besammelten wir uns am Dienstagmorgen um 07:15 Uhr am Oberrieter Bahnhof. Mit Zug und Postauto fuhren wir nach Stein im Toggenburg, wo wir um 09:00 Uhr eintrafen.

Nachdem alle ihre Rucksäcke umgepackt, die Schuhe fest geschnürt und einige noch kurz ihr "Geschäft" erledigt hatten, konnte die Wanderung starten. Der Weg führte uns zunächst an Wiesen und Weiden entlang und bog schliesslich in den Wald ab. Nach einem steilen Aufstieg, welcher uns den "Dürrenbachfällen" entlangführte, gelangten wir nach gut zwei Stunden schliesslich an unser erstes Etappenziel, der "Vorder Höhi" - eine Passhöhe zwischen dem Toggenburg und der Amdener Region. Von hier aus bot sich uns ein atemberaubendes Panorama: hinter uns der Alpstein mit dem alles überragenden "Säntis", auf der linken Seite die Ausläufer der Churfirsten sowie der "Leistchamm", rechterhand der Gulmen und vor uns die zerklüftete und malerische Berglandschaft der Glarner Alpen.

Nach einer wohlverdienten Pause, welche wir gleich auch für ein paar Klassenfotos nutzten, brachen wir auf zur zweiten Etappe, dem Amdener Höhenweg in Richtung "Hinter Höhi". Nach einer Stunde erreichten wir die Feuerstelle für unsere Mittagsrast. Glücklicherweise konnten wir sie gleich von einer bereits anwesenden kleinen Gruppe übernehmen und verloren so nicht zu viel Zeit fürs Feuer machen. Unsere Mägen knurrten nämlich schon heftig.

Das Nahrungs-Sortiment, welches die Schülerinnen und Schüler auf dem Grill präsentierten, bot alles, was das Feinschmecker-Auge begehrte: Von den obligaten Bratwürsten und Cervelats über einen Riesen-Schüblig bis hin zu Raclette-Käse war alles vorhanden. Etwas fehlte allerdings - vor allem dem Leiterteam: Der obligate Kaffee nach dem Essen! So zogen wir - nachdem wir die Feuerstelle gelöscht und alle unsere "sieben Sachen" inklusive Abfall auf- und weggeräumt hatten - weiter und trafen zehn Wanderminuten später in der Alpwirtschaft "Furgglen" ein - ein Bergrestaurant mit wunderschönem Blick über Amden und die Linth-Ebene sowie die Glarner Berge. Während die Schülerinnen und Schüler hier nochmals etwas trinken durften und sich mit den herumtollenden jungen Kätzchen und den weidenden Kühen beschäftigten, genossen wir unseren Kaffee und die herrliche Aussicht. Eine Kuh erwies sich übrigens als besonders anhänglich und besass zudem einen etwas exquisiten Essensgeschmack: Schüler-Rucksäcke! Amirs Rucksack beispielsweise wurde von ihr dermassen "umgarnt" (und "vollgesabbert"!), dass er ihn nachher für einige Zeit nicht anziehen konnte. Er zeigte jedoch Humor und trug es - beziehungsweise ihn, den Rucksack! - mit Fassung.

Gut gestärkt machten wir uns auf zur nächsten Etappe in Richtung "Hinter Höhi", welche uns durch das berühmte Amdener Hochmoor führte. Wir alle spürten die mehrstündige Wanderung langsam in den Beinen, und so waren wir erleichtert, nach einer weiteren Stunde die Bergwirtschaft "Strichbode" am Fusse des "Mattstocks" zu erreichen. Auch hier konnten sich die Schüler und das Leiterteam nochmals bei einem frischen Getränk stärken.

Für die letzte Etappe hinunter nach Amden mieteten wir kurzerhand Trottinette - oder auf Neudeutsch: "Kickboards". Die Bergabfahrt dauerte etwa eine Viertelstunde und war ein Riesen-Spass für Jung und Alt! Vom Dorfzentrum aus erreichten wir unsere Unterkunft schliesslich ziemlich genau um 17:00 Uhr.

Nachdem wir uns in den Zimmern eingerichtet und alle geduscht und sich wieder frisch gemacht hatten, genossen wir das Abendessen im Gemeinschaftsraum - auch von hier aus mit herrlichem Panoramablick über den Walensee und die malerische Berglandschaft.

Den restlichen Abend verbrachten wir mit Spielen aller Art, bevor dann um 22:00 alle im Bett waren und – obwohl zunächst noch etwas "aufgedreht" von den Erlebnissen des Tages – ziemlich schnell einschliefen.

  1. 2. Tag

Der zweite Tag startete erneut mit herrlichem Wanderwetter, allerdings mit einer auffrischenden Brise. Nach dem Frühstück und nachdem alle gepackt, das Zimmer aufgeräumt und sich mit dem Lunchpaket ausgerüstet hatten, konnte es auch schon losgehen.

Der Weg führte uns über Wiesen und durch Wälder steil hinunter nach Betlis direkt am Walensee. Dort liessen wir es uns nicht nehmen, bei einem erfrischenden Bad etwas zu verweilen. Das Wasser war herrlich frisch und die Aussentemperaturen ideal. Da es schon kurz vor Mittag war, assen wir bereits unseren Lunch und liessen uns an der wärmenden Sonne trocknen.

Um Punkt 12 Uhr starteten wir zur letzten Etappe. Diese führte an den Seerenbachfällen vorbei - die wir aber mangels Wasser nicht besuchten -, durch Wald- und Wiesenwege zunächst der Walenseeküste entlang und anschliessend durch ein langes, steil ansteigendes Waldstück hoch über den Walensee. So manch eine/r stiess langsam an die körperlichen Grenzen. So waren dann viele erleichtert, als wir nach gut eineinhalb Stunden an der Abzweigung nach Quinten angekommen waren. Doch dieser Weg hatte es noch in sich. So steil es vorher nach oben ging, so steil ging es nun wieder nach unten – über Stock und Stein, durch Waldstücke und teils an schroffen Felswänden entlang.

Nach etwa einer halben Stunde Abstieg erreichten wir dann den Fussweg, welcher uns an den ersten Häusern vorbei und durch die sonnengetränkten Rebhänge hindurch hinunter schliesslich nach Quinten zur Schifflände führte.

Völlig geschafft und hundemüde von den Strapazen genehmigten wir uns dort noch einmal ein Getränk zur Erfrischung sowie eine Kugel Eis zur Feier des Tages und als Belohnung für eine ausserordentliche Zwei-Tages-Leistung. Ein Riesen-Kompliment an dieser Stelle an meine Klasse 1sa!

Mit dem Schiff gelangten wir schliesslich nach Murg an die gegenüberliegende Seeseite und von dort aus mit dem Zug direkt zurück nach Oberriet.

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