Auszeichnung für Schulhausumgebung Bündt

Übergabe Auszeichnung «kinder- und naturgerechte Schulhausumgebung»
an Schulhaus Bündt, Rüthi am 10. Mai 2021

„Biodiversität macht Schule“ heisst ein wichtiges Projekt des WWF und anderer Umwelt-organisationen. Dabei zeichnen sie Schulhäuser für ihre vielgestaltige und naturnahe Umgebung aus, weil Kinder so jenseits vom Klassenzimmer von der Natur inspiriert werden können. Das Schulhaus Bündt in Rüthi gehört dazu.

Hier darf genascht werden: reife Himbeeren gleiten aus kleinen Händen hastig in den Mund. Der Lerngarten vor dem Schulhaus Bündt in Rüthi sucht seinesgleichen. Wetterstation, Steinhaufen, Totholzhaufen, verschiede Sitzsteine, Bienenhotel, Teich, Gartenhütte, Gemüse- und Kräutergarten, Tische und Baumteile, die als Hocker dienen, schaffen eine ruhige und kreative Atmosphäre.  Kein Zweifel: Diese Schulhausumgebung ist eines der Vorbilder für die ganze Ostschweiz. 38 Schulen und Kindergärten wurden in einer ersten Phase für ihre naturnahen und bewegungsfreundlichen Spiel- und Pausenplätze ausgezeichnet. Alfred Brülisauer, Vorstandsmitglied des WWF St. Gallen, fasst das Projektziel „Biodiversität macht Schule“ so zusammen: «Eine naturnahe und bewegungsfreundliche Schulhaus- oder Kindergartenumgebung ist für die Kinder und die Biodiversität wertvoll. Darum wollen wir positive Beispiele auszeichnen und weitere Schulen und Kindergärten gewinnen, ihre Pausenplätze umzugestalten. Die Kinder lernen hier im Schulhausgarten, dass Gemüse nicht im Supermarkt-Regal wächst. Der Pausenplatz mit dem Teich, dem Bienenhotel und anderen Elementen wird zu einem Begegnungsort für die Schülerinnen und Schüler mit der Natur.“

Für Bewegungsfreudige bietet das Schulhaus auch Klettergerüste und eine Geschicklichkeitsanlage. Hinter dem Schulhaus aber führen die Kinder Gespräche, sie haben Naturunterricht oder arbeiten im Garten. Der Garten wird kontinuierlich geführt. Die Verantwortung trägt nicht eine Lehrperson, sondern eine Begleitgruppe, in der auch Pensionierte aus dem Dorf vertreten sind. Jede Klasse hat ein Gartenbeet und wenn sie dort arbeitet, hilft oft eine Rentnerin oder ein Rentner. Die Kinder nutzen Früchte und Gemüse und produzieren Konfitüre, Kräutertee, Chiliöl, Sirup und Kräutersalz.

Schon einmal ausgezeichnet
Weil die Begegnung mit der wilden und kultivierten Natur so wichtig ist, machten sich der WWF mit Bioterra, der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) und der Unterstützung weiterer Stiftungen und Gartenbauexperten in der Nordostschweiz auf die Suche nach naturnahen, kindgerechten Pausenplätzen. Neben den 36 ausgezeichneten Schulen erhalten weitere Ostschweizer und Liechtensteiner Schulen, die sich für Aufwertung ihres Pausenplatzes interessieren, unentgeltlich eine zweistündige Beratung durch eine Naturgartenfirma oder ein Fachperson aus der Region.

Doch zurück zur Umgebung beim Schulhaus Bündt. Die Natur ist hier besonders divers. Das freut nicht nur die Insekten, sondern auch das Auge, wenn im Frühjahr alles blüht.  Und dafür wird die Schule auch mit einer attraktiven Emaille-Tafel ausgezeichnet. Der Lehrer Christoph Naef initiierte die naturnahe Umgebungsgestaltung. Dafür erhielt die Schule 2017 den Umweltpreis „Grüner Zweig“. Inzwischen haben auch nationale Medien über das kleine Paradies geschrieben, auf dem die 160 Schulkinder die Pausen verbringen können.  Schulleiterin Tanja Schneider sagt: „Der pädagogische Wert des Lerngartens ist hoch. Das ist gelebte Nachhaltigkeit und deshalb für jede Schule empfehlenswert. Wir haben die Nachhaltigkeit der Gartenarbeit in einer Begleitgruppe verankert. Das garantiert Kontinuität.“

WWF – Regiobüro AR/AI – SG – TG, Martin Zimmermann

 

Zurück