Interview mit Olivia

Vor dem Eintritt ins Berufsleben -   Olivia gibt Auskunft (2012)

Ihr steht kurz vor dem Ende der Schulzeit. Mit welchen Gefühlen tretet ihr ins Berufsleben über?
Olivia: Ich freue mich, aber mit einem  gewissen Respekt, weil ich nicht genau weiss, was auf mich zukommt.

Im letzten Jahr habt ihr euch intensiv mit der Berufswahl beschäftigt.
O: Es war sehr interessant. Man konnte schauen welche Berufe es gibt, von welchen Berufen man angezogen wird, welcher Beruf überhaupt in Frage kommt. Aber es war auch sehr anstrengend, ich brauchte viel Zeit zum Überlegen.

Bei wem habt ihr Unterstützung geholt?
O: Vor allem bei unserer Lehrerin. Ich konnte sie immer fragen, ihr die Bewerbungen zeigen, und mir hat es immer gut getan, wenn ich von ihr Zuspruch erhielt. Natürlich haben mich auch die Eltern und der Berufsberater unterstützt.

Wie habt ihr die Vorstellungsgespräche erlebt?
O: Ich hatte 3 Gespräche und  vor dem ersten Gespräch richtig Bammel, da es für mich völlig neu war. Da ich gut vorbereitet war, hat es mir mit der Zeit keine Probleme mehr bereitet. Es wurde ein ganz normales Gespräch zwischen zwei Menschen.

Welche Tipps könnt ihr den Schülern geben, die jetzt mitten in der Berufswahl stecken?
O: Vor allem aber würde ich mir viel Zeit für die Berufswahl nehmen, richtig überlegen: was will ich? Was interessiert mich? Denn es ist eine wichtige Entscheidung.

Welchen Beruf erlernt ihr?
O: Ich lerne Polymechanikerin.

Welches sind eure beruflichen Ziele?
O: Zuerst will ich natürlich die Lehre gut absolvieren und dann habe ich vor, mich zur Konstrukteurin oder Ingenieurin  weiterzubilden. Ich möchte , dass  mir die Arbeit immer Spass macht.

 

2021 Olivia, Studium Technikerin Maschinenbau

Vor gut zehn Jahren legte ich meinen Startschuss für die berufliche Zukunft. Wie es so üblich ist, habe auch ich die Berufswahl am OZO genutzt und durchgemacht. Dabei bemühte ich mich um eine Schnupperstelle als Polymechanikerin und fand sehr schnell die Möglichkeit in der Firma Glessmann AG den Beruf des Polymechanikers intensiv anzuschauen. Und genau da fand ich dann den Beruf für mich. Das Bearbeiten verschiedener Metalle und Kunststoffe mit einer Maschine ist für mich bis heute sehr interessant und macht grossen Spass, da man wirklich sehr coole Sachen herstellen kann.

Meine Ausbildungszeit in der Glessmann AG als Polymechanikerin zähle ich zu meinem besten Lebensabschnitt, den ich erleben durfte. Ich war eine von 12 Lernenden in einem kleinen, familiären Betrieb. Wie man sich vorstellen kann, war ich die einzige Frau im ganzen Betrieb, was ich persönlich aber nie grossartig zu spüren bekam. Für alle Mitarbeiter und meine Mit- und Oberstifte bestand darin überhaupt kein Unterschied, denn das Einzige, was alle interessierte, war die Leistung und generell der respektvolle und auch humorvolle Umgang untereinander. Ich erlebe den Umgang bis heute so und habe mich in jedem Team immer wohl und akzeptiert gefühlt.

Ich finde es sehr interessant, mit einem Programmiertool wie z.B. Master Cam ein Werkstück in 3D zu programmieren und es dann auf einer CNC-Maschine aus verschiedenen Werkstoffen zu fertigen. Speziell interessant finde ich auch die zusätzlichen Möglichkeiten in der Fertigung. An meiner aktuellen Arbeitsstelle spannen wir die Werkstücke z.B.  nicht von Hand um, sondern programmieren einen Roboterarm (wie man ihn im Bild sieht), der das für uns erledigt. Die Möglichkeiten, Werkstücke zu fertigen sind nahezu endlos und man lernt immer wieder Neues dazu. So wird ein Beruf natürlich nie langweilig, auch wenn man keine Weiterbildung in Betracht zieht.

Ich habe mich aber trotzdem vor zwei Jahren dazu entschieden, noch eine Weiterbildung zu machen. Wie schon in der Oberstufe für mich klar war, wollte ich Ingenieurin werden und seit ich auf dem Beruf arbeite und auch in der Welt der Technik schon vieles gesehen und mitbekommen habe, ist für mich klar, dass ich in der Raumfahrtentwicklung tätig sein möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, ist natürlich das Ingenieurdiplom nicht wegzudenken und um dieses Studium beginnen zu können ist eine BMS oder der Techniker im Bereich Maschinenbau vorausgesetzt. Dafür ist das Studium als

Techniker Maschinenbau natürlich perfekt. Es arbeitet auf das Ingenieursstudium hin und baut dabei auch auf dem Grundstein der Berufsschule auf. Somit vereint man das theoretische Wissen im Studium mit der Praxis in der Werkstatt und hat dann einen Abschluss, auf dem man auch wirklich arbeiten kann. Aktuell studiere ich berufsbegleitend an der Juventus Technikerschule in Zürich und ich bin bereits am Ende des vierten Semesters. In den nächsten beiden folgenden Semestern werde ich die Diplomprüfungen absolvieren und eine Diplomarbeit verfassen. Wie bereits erwähnt, bin ich dann natürlich noch nicht an meinem Ziel angekommen, sondern werde dann mit dem Diplom des Maschinenbautechnikers ins Ingenieursstudium an der ETH Zürich einsteigen.