Klassenlager Seedorf

Beenge Verkehrswege - Donnerstag, 19.30

Wir Rheintaler kennen normalerweise die Axenstrasse eher aus den Staunachrichten am Radio als aus eigener Erfahrung. Die Urner haben hier dem Gelände Verkehrswege abgetrotzt, wo es eigentlich gar keinen Platz dafür gibt. Auf der einen Seite eine steile Felsflanke, die immer mal wieder Steine oder Felsbrocken in die Tiefe spuckt, direkt anschliessend der Urnersee. Dazwischen drängen sich Eisenbahn, Strasse und Veloweg. Viel Infrastruktur muss gegen Steinschlag und Lawinen geschützt werden, der Berg ist dauernd in Bewegung. Diesen Schlauch haben wir heute hinter uns gebracht, um zum Bundesbriefmuseum in Schwyz zu gelangen. Es ist nicht die allerschönste Radstrecke, aber sehr eindrucksvoll. Der Ausblick auf See und Berge ist zwar grandios, man hat aber kaum Zeit, ihn zu geniessen. Es gibt einen durchgängigen Veloweg, er ist aber sehr schmal und erfordert Konzentration beim Fahren. Die Kinder mussten strikt hintereinander bleiben. Unzählige Autos und auch ziemlich viel Schwerverkehr quetschten sich an uns vorbei. Die Mädchen und Jungs lösten diese Aufgabe hervorragend, so dass wir sicher ans Ziel kamen.

Bei der Tellsplatte genossen wir die erste Pause, unten am See. Die Schülerinnen und Schüler hatten ihren Spass mit dem grossen Glockenspiel, das gewünschte Melodien spielt. Das Mittagessen wurde uns vom zuverlässigen Küchenteam nach Schwyz geliefert. Führung und Workshop im Bundesbriefmuseum waren lehrreich, interessant und dank gestalterischen Teil auch kurzweilig. Dann radelten wir denselben Weg zurück. Alle Kinder sind gesund und wohlauf, das ist unser absolut oberstes Ziel bei solchen Touren. Man kann trotz sorgfältiger Planung nicht jedes Risiko ausschliessen. In solchen Situationen wird uns aber bewusst, welch grosse Verantwortung wir tragen. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns bei den Eltern.

Unser Lager neigt sich bereits dem Ende entgegen. Wie jedes Mal verging die Zeit rasend schnell, zusammen erlebten wir tolle Dinge, die den Kindern besser in Erinnerung bleiben werden, als der gewöhnliche Unterricht. Wir sind überzeugt, dass sie in dieser Woche mindestens so viel lernen und mitnehmen.

Zum Schluss möchten wir uns ganz herzlich bedanken! Petra und Dunja haben dieses Jahr schon die zweite Ferienwoche für unsere Schulkinder geopfert. Dank ihrem Einsatz bei der Planung, in der Küche und bei der Betreuung der Kinder haben wir den Rücken stets frei für alle anderen Dinge - herzlichen Dank, wir freuen uns bereits aufs nächste Mal!

Raphael Ammann stellte uns seinen Anhänger zum Velotransport zur Verfügung. Viele Dinge werden möglich, wenn man ein Fahrrad dabei hat und so sehr mobil ist. Vielen Dank!

Morgen wird früh Tagwache sein. Wir putzen das Haus, verladen in Flüelen die Velos und fahren dann direkt zum Verkehrshaus. Wir freuen uns auf einen weiteren spannenden Tag! 

 

Des Teufels Werk - Mittwoch, 20.00

Ungefähr um 1200 wollten die Urner in der Schöllenenschlucht, die bis dahin unbezwingbar gewesen war, eine Brücke bauen. Der Sage nach soll ihnen der Teufel dabei behilflich gewesen sein. Im Gegenzug hatten sie ihm die erste Seele versprochen, die über die Brücke ginge. Der Teufel hielt sein Versprechen ein, baute die Brücke über die schwindelerregend tiefe Schlucht und forderte seinen Lohn. Die listigen Urner aber schickten als erstes einen Geissbock über die Brücke. Mit einem riesigen Felsblock wollte der wütende Teufel die Brücke wieder zerstören, aber ein altes Weiblein ritzte rasch ein Kreuz in den Stein. So verfehlte der Teufel die Brücke und der Fels donnerte mit grossem Getöse ins Tal, wo er bei Göschenen liegen blieb.

Noch heute liegt dieser Teufelsstein unterhalb dem Bahnhof von Göschenen, wo wir ihn heute besichtigten. Beim Bau der Autobahn war er noch etwa 120 Meter versetzt worden, diesmal aber von Menschenhand - ich nehme an mit Hilfe von Hydraulik. Dann stiegen wir das Tal hoch, bis wir auf der Teufelsbrücke selber unser Fotoshooting machen konnten. Ich hatte anschliessend in Andermatt ein Meeting mit Sami Sawiris im Chedi, das normale Fussvolk begnügte sich mit Bahnhofshalle und Coop, Süsswarenabteilung.

In Amsteg stand dann der Höhepunkt des Tages an. Wir besichtigen den Neat Tunnel. Bei einer Führung wurden wir durch einen Zugriffstollen unmittelbar zur Tunnelröhre gebracht. Wir erfuhren alles über den Bau und Betrieb dieses Jahrhundertwerkes. Beeindruckend, wenn ein Zug mit 200 km/h aus der Dunkelheit auftaucht und vorbeidonnert.

Nun beginnen wir mit dem Abendprogramm, bevor wir alle zum Träumen schicken! Allen Kindern geht es gut, wir freuen uns auf morgen!

Rütlischwur - Dienstag, 17.30

Das Rütli ist für uns Schweizerinnen und Schweizer ein geschichtsträchtiger Ort. Einmal im Leben dort zu sein sozusagen eidgenössische Pflicht. Dieser kamen wir heute nach. Nach einer ruhigen Nacht füllten wir unsere Energiespeicher beim Morgenessen. Dann bewegten wir unsere Drahtesel dem Urnersee entlang. Ursprünglich hatten wir nur bis Isleten mit dem Velo geplant. Spontan entschieden wir uns dann aber, bis Bauen weiterzufahren. Dort bestiegen wir das Schiff, welches uns bequem bis zum Rütli fuhr. Natürlich liessen wir es uns nicht nehmen, mindestens eine Strophe der Nationalhymne zu singen. Dass wir dabei alle vertrieben, die nur minimales Musikgehör besitzen, war uns egal.

Dann bezwangen wir den steilen Anstieg nach Seelisberg. Alle Kinder machten das wirklich gut! Die meisten hatten noch Luft übrig, ein paar Lieder zu singen. Beim anschliessenden Bräteln und Spielen im Wald konnte sich alle wieder erholen. Der Abstieg zurück nach Bauen ist mit vielen Steinstufen gespickt, welche uns gehörig in die Beine fuhren. Da kam eine Kneippkur im kühlen Urnersee sehr gelegen. Die kurze Velofahrt zurück nach Seedorf war wieder ein Kinderspiel für unsere quirlige Schar.

Heute Abend fahren wir nach Altdorf ins Hallenbad. Die Kinder freuen sich darauf. Morgen werden wir die Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke bezwingen, bevor wir am Nachmittag in Erstfeld an einer interessanten Führung im Gotthard Tunnel teilnehmen können.

Alle Kinder sind wohlauf, wir freuen uns auf die kommenden Tage! 

Montag: Auf Tells Spuren

Nach der Anreise mit dem Zug stiegen wir in Flüelen auf unsere Velos um und bewältigten die letzten Kilometer mit Muskelkraft. In Seedorf bezogen wir unser gemütliches Lagerhaus. Petra und Dunja zauberten in kürzester Zeit ein feines Menu auf den Tisch - wir hatten nichts anderes erwartet. Am Nachmittag brachten wir die nächsten Velokilometer hinter uns. Bereits ein erstes Mal stellten wir fest, dass der Kanton Uri ein Bergkanton ist. Bis Bürglen, wo wir im Tellmuseum eine Führung genossen, mussten wir tüchtig strampeln.

Danach sausten wir wieder nach Altdorf. In zwei Gruppen machten wir uns auf eine Schnitzeljagd rund um Altdorf. Am Abend übten wir unsere Lieder, die wir am OpenAir Kobelwald vortragen möchten. Da liegt noch etwas Arbeit vor uns.

Morgen fahren wir mit den Velos nach Isleten, dann mit dem Schiff zum Rütli und zu Fuss wieder zu den Velos zurück. Wir freuen uns auf diesen Tag. Es geht allen Kindern gut.

Skilager Flumserberg 2020

Chef de piste - Donnerstag, 23.30

Donnerstag ist Renntag. Am Vormittag zogen wir nochmals wunderbare Schwünge in den Schnee, bevor es am Nachmittag ernst wurde. Mittlerweile kennen wir die Leute vom Pistendienst. Sie stellen uns für eine abgesperrte Piste mitsamt Rennmaterial zur Verfügung. Diesen Service schätzen wir sehr. Wenn ich dann lässig mit dem grossen Akkubohrer in der Hand zur Rennstrecke fahre, fühle ich mich wie der Chef vom Lauberhorn persönlich. Ich spüre den Neid meiner Kollegen im Nacken, wenn ich lässig den Berg hinunter carve, und bewundernde Blicke von kleinen Kindern mit so ernster Miene hinnehme, als würde ich persönlich und alleine ein Weltcuprennen verantworten. Nie würde ich dieses Gerät auch nur für eine Sekunde aus der Hand geben - cooler wär nur noch Pistenbully fahren!

Das Rennen klappte reibungslos, mit würdigen Siegerinnen und Siegern. Für das Abendprogramm hatten alle Kinder in einer Gruppe eine Darbietung für den Bunten Abend vorbereitet. Da hier unsere Schülerinnen und Schüler Regie führten, ging es ziemlich turbulent und chaotisch zu und her. Schliesslich schafften wir aber auch das. Dann durften sie noch für kurze Zeit in ihre geliebte Disco. Nun sind alle im Bett. Wir steuern schon wieder auf das Ende des Lagers zu. Einmal mehr verging diese Woche wie im Flug. Morgen werden wir nach dem Morgenessen zuerst das Haus räumen und putzen, dann geht’s nochmals auf die Piste. Das Mittagessen werden wir in einem Restaurant geniessen, damit das Haus schon um 11.00 abgegeben werden kann. Alle Kinder sind wohlauf, wenn auch ziemlich müde. Aber das gehört zu einem richtigen Skilager dazu.

Zum Schluss möchten wir uns nochmals ganz herzlich bei unseren Leitern bedanken! Einen strengen Job hatten Petra und Dunja. Sie zauberten, einmal mehr, wunderbare Menus auf den Tisch. Ausserdem kümmerten sie sich um alle Kinder, welche nicht am Programm auf der Piste teilnehmen konnten. Urs, Sarina und Valentin betreuten unsere Kids auf und neben der Piste. Sie alle opfern eine Woche ihrer Freizeit. Vielen herzlichen Dank, wir freuen uns bereits auf nächstes Jahr!

Falsche Wahl - Mittwoch, 22.00

Als Leiter hast du zwei Möglichkeiten: Entweder fährst du deiner Gruppe voraus, wählst vorausschauend den besten Weg, das richtige Tempo und einen geeigneten Ort zum Anhalten. Der Nachteil dieser Version ist, dass du bei einem Sturz, verlorenen Ski, Angstzuständen im vereisten Steilhang oder ähnlichen Problemen den Hang hochlaufen musst, um einem mehr oder weniger dankbaren Kind zu helfen. Als zweite Möglichkeit schickst du die Gruppe voraus und sammelst mit Hinterherfahren alles zusammen, was auf der Piste liegenbleibt, vom Skistock übers Taschentuch bis zum ganzen Kind. Heute traf ich definitiv die falsche Wahl. Meine Gruppe fuhr voraus, sie wussten wo sie anhalten sollten. Taten sie auch, aber ein mutiger Rennfahrer hatte den Bremsweg leicht falsch eingeschätzt. So kam er eben in einem Bächlein zum Stillstand. Nicht gefährlich, keine reissende Strömung und keine bissigen Fische im Wasser, aber im Skianzug eben nicht sehr angenehm. Das kalte Wasser lief oben in die Skischuhe, die Jacke triefte, denn er hatte sich beim Bremsen auch noch kurz hingelegt. Leider war ich nicht geistesgegenwärtig genug, ein Foto zu schiessen, denn schliesslich musste dem armen Kerl geholfen werden. Zum Glück war die Gondel nicht allzu weit entfernt. So fuhr er windgeschützt ins Tal, wo das blitzartig aufgebotene Küchenteam schon auf ihn wartete.

Ein ereignisreicher Tag liegt hinter uns. Die Entscheidung, unsere mitgebrachten Schlitten am Morgen zu nutzen, war goldrichtig. Die Schlittelbahn war topfeben und richtig schnell. Zum Glück waren die Sturzräume gut gepolstert. Unsere drei Halb-Verletzten hatten wir aus Sicherheitsgründen nicht mitgenommen. Sehr zum Leidwesen der Drei, aber das Risiko wäre einfach zu gross gewesen. Schlitteln ist gefährlicher als Skifahren. Gegen Mittag liess die Qualität der Bahn stark nach, aber bis dahin hatten wir schon etliche Kilometer abgespult. Die Suche nach einem verlorenen Schlitten war erfolglos, dafür fand ich einen anderen. Nach dem Mittag regelte sich aber alles selber, das vermisste Stück wartete brav bei der Talstation.

Leider verletzte sich heute ein Kind am Fuss. Da ans Skifahren in den nächsten Tagen nicht zu denken ist, trat er bereits die Heimreise an. Wir hoffen, dass es nicht sehr schlimm ist. Gute Besserung!

Am Abend wollten wir auch allen anderen Kindern noch zu einem Bad verhelfen. Wir schickten sie aber nicht in einen Bach, sondern besuchten das nahe Hallenbad. Alle 3. und 4. Klässler sind seit 22.00 im Bett. Die 5./6. Klässler schwingen in der Kellerdisco das Tanzbein. Unsere jüngeren Leiter zeigen ihnen, wie das geht!

Lager vs. Ferien - Dienstag, 14.1., 23.10

Wir haben wieder einen absoluten Traumtag hinter uns. Es ist angenehm warm, die Pisten sind super, vor allem am Morgen. Nach Essen und Schneesport genossen die Kids einen Film im hauseigenen Kino. Zum Abendessen erhielten wir Besuch von einer Schulrats-Delegation. Dass die Behörde unsere Arbeit wertschätzt, freut uns jedes Jahr aufs Neue!

Wer unsere Fotos aus dem Lager betrachtet, kann sie kaum von Ferienbildern unterscheiden. Überall Schnee und Sonne, lachende Gesichter strahlen um die Wetter. In Tat und Wahrheit hat so ein Schneesportlager nur wenig mit Ferien zu tun, weder für die Kinder, noch für uns Leiter. Es ist eine offizielle Schulwoche. Dass sie ab der vierten Klasse obligatorisch ist, kann im Vorfeld in Einzelfällen sogar zu einem mulmigem Gefühl oder gar Kopfzerbrechen führen.

Wie eine ganz normale Schulwoche gibt es für ein Lager Lernziele, welche wir erreichen möchten. Neben sportlichen werden in erster Linie soziale Kompetenzen aufgebaut. Aber was unterscheidet ein Skilager von privaten Ferien?

- Damit das Leben in einer Gruppe funktioniert, müssen Regeln eingehalten werden. Das eigene Ego wird zurückgestellt, individuelle Bedürfnisse eingeschränkt.

- Das Lager ist nicht freiwillig, sondern wie bereits erwähnt, obligatorisch. Nicht jedes Kind würde teilnehmen, wenn es frei wählen könnte. Nicht alle Eltern würden ihre Söhne und Töchter für fünf Tage „loslassen“.

- Die Destination kann nicht selber gewählt werden. Die ganze Gruppe muss den ausgewählten Ort akzeptieren.

- Es gibt einen geregelten Tagesablauf mit mehr oder weniger starren Zeiten, die für alle gelten. Dazu gehören Tagwache und Nachtruhe.

- Die Unterkunft ist zweckmässig und eng. Die Einrichtung ist auf die wesentlichen Bedürfnisse (Schlafen – Essen – Körperpflege) ausgerichtet. Luxus gibt es eigentlich nicht.

Zum Glück stören sich die allermeisten Kinder überhaupt nicht an diesen Dingen! Sie geniessen das Zusammensein, das gemeinsame Skifahren und die Lageratmosphäre. Kompetenzen und Lernziele sind ihnen während dieser Woche so ziemlich egal – und das ist gut so! Wir aber sind überzeugt, dass die Kinder in dieser Woche viel für ihr Leben lernen.

Montag - Ohne Ktväuler geht es nicht

Am Flumserberg liegt dieses Jahr eher wenig Schnee. So bewältigten wir die steile Anfahrt erstmals ohne Schneeketten. Im Skigebiet sind die Pisten gut präpariert, der Schneesport macht fast allen Kindern Spass. Sie wurden von Carla und Sarina im Zug nach Unterterzen begleitet. Dort ging es bequem per Gondel mitten ins Skigebiet. Wie üblich hatten die Leiter das Haus bereits am Sonntag übernommen und alles für einen reibungslosen Ablauf vorbereitet. Einmal mehr möchten wir uns bei ihnen bedanken, denn ohne sie ginge es nicht. Die Küchenfrauen verpflegen uns vorzüglich. Ausserdem kümmern sie sich immer wieder um Kinder, die aus irgend einem Grund nicht am Programm auf der Skipiste teilnehmen können.

Nach dem Programm auf der Piste und einem vorzüglichen Abendessen bewegten wir die Kinder nochmals auf Schnee, nun aber in Wanderschuhen unter Sternenhimmel. Bei einer Schnitzeljagd tankten alle nochmals frische Luft, bevor wir sie müde, aber zufrieden ins Bett schickten. Es geht allen Kindern gut, wir freuen uns auf einen weiteren Sonnentag im Schnee!

Lagerblog Skilager 19

Donnerstag, 17.1.19, 23.30 - Renntag

Die Schlittelbahn am Flumserberg ist für uns ideal. Sie gehört nicht zur Sorte „gefährliche Eisbahn“, sondern könnte eher das Prädikat „weiche Schneepiste“ tragen. Ausserdem sind die Sturzräume momentan voll Tiefschnee, das macht sie ungefährlich. Sie macht aber trotzdem Spass. Bei schönsten Bedingungen sausten wir zu Tal. Die Zeit vor dem Mittagessen reichte auch noch für einige Trainingsfahrten auf den Skiern zur Vorbereitung für das Rennen.

Am Nachmittag stand dann einer der Höhepunkte des Lagers auf dem Programm: Klein Lauberhorn! Hunderte Freiwillige hatten eine würdige Strecke präpariert, SRF produzierte die Bilder für unzählige Fernsehstationen in ganz Europa und Übersee. Phil-Hippos Kippgallstangidiotilis, der Trainer der griechischen Nationalmannschaft, hatte zusammen mit seinen Assistenten einen eher flüssigen Kurs ausgeflaggt. Würde das unseren technisch versierten Fahrerinnen und Fahrern einen Strich durch die Rechnung machen? Ein Blick auf die Rangliste zerstreute aber sämtliche Bedenken. Joris Hanselmann, Dominik Thür sowie Finn Neuendorf pulverisierten in ihren Kategorien jeweils die Bestzeiten der vorher gestarteten Fahrer und liessen sich bis zum Schluss nicht mehr von der Spitze verdrängen!

Wie schnell sich die Bedingungen in den Bergen ändern können, erlebten wir heute Nachmittag. Die Vorbereitungen für’s Rennen trafen wir bei Sonnenschein. Bei Rennbeginn schlug das Wetter um, Nebel und Schneefall erschwerten die Sicht. Auf einer Piste, die man vorher unzählige Male problemlos befahren hat, findet man sich plötzlich nicht mehr ohne Weiteres zurecht. Schlussendlich hatten aber alle Kinder das Rennen absolviert und wir trafen uns im Restaurant zu einem Getränk.

Rangverkündigung und Bunter Abend bildeten das Programm für den letzten Abend. Nun sind alle Kinder im Bett, wir lassen den Tag ausklingen. Morgen früh räumen und putzen wir das Haus, dann bewegen wir uns nochmals ausgiebig im Schnee. Das Mittagessen werden wir im Restaurant Molseralp einnehmen.

Es ist nicht für alle Kinder einfach, fünf Tage in einem Lager zu verbringen. Sie müssen ihr gewohntes Umfeld verlassen, sich dem Kollektiv unterordnen und sich auf Menschen ausserhalb des Elternhauses verlassen. Für die meisten ist das kein Problem, einige haben Heimweh. Dagegen gibt es keine Tabletten, man kann es nur durchstehen. Wir sind uns dessen bewusst und stehen diesen Kindern zur Seite, so gut es geht. Wir sind froh, dass alle diese Woche gut gemeistert haben. Morgen Abend werden wir sie müde, aber hoffentlich gesund und um viele Erfahrungen und Erlebnisse reicher nach Hause bringen.

Mittwoch, 16.1.19 - 21.50 - Ein Tag für ein Ferienprospekt

Die äusseren Bedingungen von heute werden diese Woche schwer zu toppen sein. Keine Wolke am Himmel, angenehme Temperaturen, viel Sonnenschein und wunderbare Schneeverhältnisse. Alle Anlagen waren in Betrieb. Wir spulten viele Pistenkilometer ab. Dieses Jahr gibt es bei unseren 3. bis 6. Klässlern keine Skianfänger. Auch die vorsichtigste Gruppe bewältigt alle Hänge. Die meisten Kinder fahren recht sicher und zügig.

Nach dem Skifahren wurde im Aufenthaltsraum gespielt, einige erholten sich im Zimmer. Nach viel Bewegung an der frischen Luft tat diese Pause gut. Das anschliessende Essen war ausgezeichnet, wie übrigens schon während der ganzen Zeit. Eine gute Lagerküche trägt ganz wesentlich zur guten Stimmung bei, danke Petra und Dunja!

Am Abend marschierten wir zum Hallenbad, nur ein kurzer Fussweg von etwa zehn Minuten. Dort waren wir heute praktisch die einzigen Gäste. Die Bademeisterin hatte extra für uns das Klettergerüst unten gelassen. Alle, die wollten, konnten sich nochmals richtig austoben.

Morgen Vormittag jagen wir unsere Schlitten den Berg hinunter, am Nachmittag findet das Skirennen am Prodkamm statt. Piste Nr. 5 wird eigens für uns gesperrt, die Rennfahrer fiebern dem Ereignis entgegen. Alle Kinder und Leiter sind wohlauf.

 

Dienstag, 15.1.19 - 22.15 - Traumtag

Einmal mehr zeigte sich heute, dass es sich lohnt, optimistisch zu bleiben und sich nicht von einer Wetterprognose zu stark verunsichern zu lassen. Meteo Schweiz hatte einen bewölkten Tag vorausgesagt - erlebt haben wir einen wunderbaren Skitag, der schöner nicht hätte sein können. Alles glitzerte, wir fuhren über eine weiche Schneedecke, welche aus Milliarden glitzernder Diamanten zu bestehen schien. Sonne satt vom Morgen bis am Abend. Die Temperaturen sind angenehm.

Die Bergbahnen konnten beinahe alle Anlagen in Betrieb nehmen. Dass die Lawinensituation trotzdem ernst zu nehmen ist, zeigte uns ein Lawinenabgang abseits der Piste. Drei Variantenfahrer hatten ihn ausgelöst. Er löste eine aufwändige Rettung aus. Grosses Kopfschütteln über dieses Verhalten. Noch deutlicher kann von Behörden und Bergbahnen nicht gewarnt und informiert werden. Unsere Leiter halten sich selbstverständlich an alle Anweisungen und gehen keine unnötigen Risiken ein. Auf den freigegebenen Pisten ist es sicher, niemand von uns fährt abseits der freigegebenen Bereiche. Wir geniessen die traumhaften Verhältnisse mit gutem Gewissen.

Am Abend erhielten wir Besuch von Schulratspräsident und Aktuarin. Wir freuen uns über ihr Interesse am Lagerbetrieb, die Kinder noch mehr über die mitgebrachten Pfannkuchen – vielen Dank!

Nach dem Znacht zogen alle nochmals warme Kleidung und Schuhe an, das Abendprogramm fand im Tiefschnee statt. Zuerst kämpften wir uns in Einerkolonne durch die Schneemassen. Dann legten die Kinder mit Knicklichtern bunte Figuren in den Schnee. Es geht allen gut. Einige kleinere Blessuren versorgen wir mit Hilfe der Lagerapotheke. Carla scheucht gerade die Älteren ins Bett, die 3./4. Klässler sind schon seit einer halben Stunde dort. Wir Leiterinnen und Leiter sitzen wie jeden Abend gemütlich zusammen, auch das gehört zu einem Skilager.

Dieses Jahr hat unser Leiterteam einige Veränderungen erfahren. Neben Petra Haltiner arbeitet neu Dunja Baumgartner in der Küche mit, Valentin Kluser und Lukas Heeb konnten wir als Skileiter gewinnen. Urs Brülisauer ist bereits das 11. Mal dabei!! Ohne ehrenamtliche Arbeit könnte ein solcher Wochenanlass nicht durchgeführt werden. Wir schätzen sehr, dass sich immer wieder engagierte Menschen bereit erklären, eine Woche dafür zu investieren – herzlichen Dank!

Montag, 14.1.2019, 23.00 - Schneesturm

Während im Flachland der Regen den Schnee flutet und in Matsch verwandelt, pfeift uns hier oben ein veritabler Schneesturm um die Ohren. Unser Skilager 19 begann für die Leiter mit einem Einfahrtag am Sonntag. Meist geht es vor der Hausübernahme auf dem Parkplatz ziemlich turbulent zu und her. Die einen wollen das Haus und die Parkplätze möglichst schnell verlassen, wir wollen möglichst schnell Material abladen und parkieren. Die Platzverhältnisse sind beengt, der viele Neuschnee macht das Manövrieren mit grossem Bus und Anhänger auch nicht einfacher. Schlussendlich klappte aber alles einwandfrei. Auch dank unseren drei neuen Leitern. Die neue Küchenfrau ist eine echte Trucker Lady. Ohne mit der Wimper zu zucken wirft sie Schneeketten auf den Bus, fährt eine steile, schneebedeckte Strasse hoch und parkiert sauber rückwärts ein. Unsere zwei jungen Neuleiter holen zum grossen Erstaunen der Noch-Hausmieter die Schneefräse aus der Garage und befreien tief verschneite Parkplätze von der weissen Last. Man muss einfach die richtigen Frauen und Männer dabei haben!

Da dieses Jahr schon das komplette Leiterteam vor Ort war, konnten wir das Skilageressen, welches ein kleiner Dank für die unentgeltliche Arbeit sein soll, schon am Sonntagabend durchführen.

Obwohl wir zusammen schon sehr viele Lager organisiert haben und eine gewisse Routine sicherlich hilft, muss man sich doch immer auf Überraschungen gefasst machen. So auch dieses Mal. Am Morgen früh wurde uns von den Bergbahnen Flumserberg mitgeteilt, dass die Gondelbahn von Unterterzen ins Berggebiet wegen starkem Wind ausser Betrieb war. So mussten wir umdisponieren. Wir verliessen den Zug in Flums und besetzten das Postauto Richtung Flumserberg. Vorher überbrückten wir die Wartezeit in einem Restaurant, dessen Fassade uns stark an die abgebrannte Sonne in Oberriet erinnerte. Innen war es aber ganz passabel und wir konnten sitzend und trocken warten.

Im Tannenheim erwarteten uns die Skileiter und wir konnten direkt auf die Piste. Diese sind butterweich und schön zu fahren. Das Wetter darf aber noch etwas besser werden. Es ist nicht kalt, aber Wind und Schneefall sorgen für eher ungemütliche Bedingungen. Alle Kinder meisterten aber den Tag im Schnee problemlos.

Am Abend durften die Kids nach dem feinen Nachtessen erstmals in die sehnlichst erwartete Disco. Um 20.00 versammelten sich alle im Speisesaal zum Kinoabend. Nun sind alle im Bett und schlafen (noch nicht). Wir freuen uns auf morgen, es geht allen Kindern gut.