Lagerblog Skilager Flumserberge 2026
Donnerstag, 15.1.26 - Renntag
Ich hatte mich wirklich schon fast seit einem Jahr darauf gefreut! Jene Leserinnen und Leser, die unserem Blog schon länger folgen, wissen, wovon ich schreibe. Für mich ist es wirklich das höchste der Gefühle, am Renntag mit dem Schneebohrer lässig die Piste hinunterzucruisen. Ich fühle mich dann wie der persönliche Trainer von Odi & Co, geniesse die bewundernd scheuen Blicke der Touristen und fühle mich einfach unglaublich wichtig. Aber dieses Jahr kam es anders! Ich weiss, Anna konnte das nicht wissen, dass dieser Bohrer ausschliesslich in meine erfahrenen Hände gehört, aber ein bisschen mehr Zurückhaltung hätte ich mir insgeheim schon erwartet. Sie aber schnappte sich das Objekt der Begierde, ohne mit der Wimper zu zucken, mir blieben nur ein paar krumme, alte Holzstangen - wirklich nichts zum Angeben. So tat ich schwer enttäuscht, was getan werden musste. Wir setzten dann aber einen anspruchsvollen Kurs, welcher unseren Spitzenathleten gerecht werden sollte. Ein spannendes Rennen brachte würdige Siegerinnen und Sieger hervor, die Siegerehrung fand am Abend im Speisesaal vor tausenden Fans statt.
Sonst genossen wir wieder einen wunderbaren Skitag bei besten Bedingungen. Am Abend führten wir den beliebten Casinoabend durch. Die Kinder gewannen und verloren munter Geld und sparten nicht mit Trinkgeld. Zum Abschluss gab's für die 6. Klasse nochmals eine Runde Karaoke, die 3./4. Klässler gingen schon etwas früher ins Bett. Die meisten sind ziemlich müde und werden am Wochenende eine Runde extra Schlaf benötigen. Alle sind gesund und niemand hat sich bisher verletzt, worüber wir natürlich sehr froh sind. Allen Kindern geht es gut. Nach einer erlebnisreichen Woche mit viel Bewegung an der frischen Luft und tollen Erlebnissen freuen sie sich darauf, nach Hause zurückzukehren.
Mittwoch, 14.1.26 - Regeneration
Etwas wehmütig beobachtete ich heute Morgen den Sonnenaufgang, der das Schneefeld vor dem Lagerhaus nach und nach in einen funkelnden Teppich verwandelte. Wehmütig deshalb, weil unsere Skier im Keller stehen bleiben sollten. Stattdessen schnappten wir die Schlitten und stürzten uns wagemutig die schneestiebende Bahn hinunter. Am Mittwoch bieten wir den Kindern bewusst ein lockeres Programm mit etwas Abwechslung an. Das hat sich bewährt. Das Schlitteln auf der gut gesicherten Bahn bereitete den Kindern grossen Spass. Am Nachmittag profitierten wir vom Bergführer-Wissen von Guido. Sein Lawinenkurs, abwechslungsreich mit praktischen Übungen gestaltet, liess die Zeit wie im Flug vergehen. Dann war es Zeit fürs Hallenbad. Von 16.00 bis 17.30 vergnügten sich die Kinder im Wasser und auf dem Klettergerüst. Ein paar Jungs testeten ihre immer noch überschüssige Kraft an mir - ohne Erfolg. Ich bin nicht sehr stark, aber im schultertiefen Wasser bin ich eindeutig im Vorteil. Den Buben hat es Spass gemacht, trotz erfolglosen Lehrer-Untertauchversuchen. Zum Nachtessen gab es Besuch einer Delegation des Schulrates. Das freut uns jeweils sehr, denn sie zeigen damit ihre Wertschätzung für unsere Arbeit, und die Kinder freuen sich über das mitgebrachte Dessert.
Morgen fahren wir wieder Ski, alle freuen sich darauf. Für Donnerstagnachmittag haben wir eine Rennpiste reserviert. Nun sind alle Kinder im Bett. Es geht allen gut.
Dienstag, 13.1. - Parlez-vous francais?
Viele unserer SchülerInnen glauben nicht wirklich daran, dass sie ihr in der Schule gelerntes Französisch irgendwann mal wirklich brauchen werden. Die Aussage: "Das brauche ich sowieso nie...!", habe ich wirklich schon oft gehört. Wenn man wie wir in der östlichsten Ostschweiz zuhause ist, könnte man das tatsächlich meinen. Doch weit gefehlt! Heute Mittag holte ich an der Kasse eine 4-Tageskarte für Emily. Sie war nach überstandener Krankheit nachträglich zu uns gestossen, was uns natürlich sehr gefreut hat. An der Kasse wurde ich von einer freundlichen Frau bedient. Bei der Angabe der Postleitzahl dann aber einige Konfusion. "Vierundneunzig - dreiundsechzig Oberriet", brachte die Dame total aus der Fassung. Als ich schnallte, dass ihre Muttersprache Französisch ist, stellte ich geistesgegenwärtig um. Quarante-neuf, soixante-trois flötete ich ich in meinem besten Schulfranzösisch unter der Panzerglasscheibe durch, was meinem verdutzten Gegenüber schlagartig ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Selbstverständlich gewährte sie uns darauf den Gruppenrabatt. Hat also genützt, mein Schulfranzösisch!
Auch heute genossen wir einen tollen Skitag bei besten Bedingungen. Noch sind nicht alle Pisten geöffnet, aber überall wird fleissig gearbeitet. Die vielen Pistenfahrzeuge unterwegs reissen vor allem einige Jungs zu Begeisterungsstürmen hin. Vor allem Jeremy und Lorin kennen jedes Detail und können ganze Liftlängen darüber referieren. Es ist eher warm, aber der Schnee bleibt den ganzen Tag gut fahrbar. In der Küche zaubern Helene und Monika jeden Tag ein hervorragendes Frühstück sowie Mittag- und Abendessen auf den Tisch, kulinarisch werden wir wirklich verwöhnt. Hin und wieder aufkommendes Heimweh meistern die Kinder tapfer. Alle sind wohlauf.
Morgen bleiben die Ski im Keller. Wir werden mit den Schlitten über die frisch präparierte Schlittelpiste sausen. Am Nachmittag gibt's Sonderprogramm mit Hallenbad, später Abendprogramm.
Montag, 12.1.26 - Pisten wie Teppiche
Wie üblich waren die meisten LeiterInnen schon am Sonntagmorgen nach Flumserberg gereist, um das Lagerhaus zu übernehmen. Ausserdem richten wir unser Dankesessen für die freiwilligen LeiterInnen schon seit einiger Zeit gleich am Sonntagabend aus. So muss kein neuer Termin gesucht werden, alle sind schon da, das hat sich bewährt. An dieser Stelle möchte ich mich wie immer bei unseren treuen und neuen Begleitpersonen bedanken. Ihre Leistung zu Gunsten der Kinder schätzen wir wirklich sehr! Dieses Jahr musste Jörg kurzfristig forfait geben, sein Knie hat ihm kurz vor Lagerbeginn einen Strich durch die Rechnung gemacht. Für ihn sprang sehr kurzfristig Manuela ein - vielen Dank!
Am Morgen trafen alle wie abgemacht rechtzeitig beim Bahnhof ein. Drei Kinder mussten krankheitshalber vorerst zuhause bleiben. Wir sind aber zuversichtlich, dass sie zu uns stossen werden, sobald sie wieder fit sind. Die Reise ist unkompliziert. In Oberriet steigen wir in den Zug, mit diesem fahren wir ohne umsteigen nach Unterterzen, die Fahrt dauert nur 45 Minuten. Dort unterqueren wir die Strasse, steigen in die Gondeln und sind dann mitten im Skigebiet. Gerade noch rechtzeitig hatte Frau Holle für uns ihre Kissen ausgeschüttelt. So trafen wir heute auf wunderbar weiche Pisten, wie gemacht für den ersten Skitag. Am Nachmittag stiegen die Temperaturen merklich an. Nasser Schneefall liess unsere Jacken und Hosen feucht werden. Wir kehrten aber noch rechtzeitig ins Haus zurück. Hier gibt es einen guten Trocknungsraum, so dass morgen alle wieder gut ausgerüstet auf die Piste können.
Am Abend änderten wird das Programm wegen der feuchten Bedingungen. Die Spiele draussen rund ums Haus finden morgen statt, heute Abend durften die Kinder einen Film geniessen. Nun sind alle im Bett. Es ist ruhig, die meisten schlafen wohl schon. Alle Kinder sind wohlauf und freuen sich auf einen weiteren Tag im Schnee. Der Wetterbericht verspricht gute Bedingungen für den Rest der Woche.